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Leben und Tod

Theophil
 
von Friedrich Ostenrath
 
Parabase
 
Freudig war, vor vielen Jahren,
Eifrig so der Geist bestrebt,
Zu erforschen, zu erfahren,
Wie Natur im Schaffen lebt.
Und es ist das ewig Eine,
Das sich vielfach offenbart:
Klein das Große, groß das Kleine,
Alles nach der eignen Art;
Immer wechselnd, fest sich haltend,
Nah und fern und fern und nah,
So gestaltend, umgestaltend –
Zum Erstaunen bin ich da.
 
Johann Wolfgang von Goethe

 
Weiß, weder Schatten noch Schemen, ohne Konturen - so will es mir scheinen;
weiß, nicht kahl, aber kühl, für alles offen - so empfinde ich das Krankenzimmer.
Ich fühle mich allein, bin ohne Begleitung und suche mein mir angekündigtes Gegenüber.
Die großen mit weißen Stores verhangenen Flügel der bodenständigen Fenster in der Außenwand der Klinik rauben dem Licht der Morgensonne ihre leuchtenden Strahlen,
filtern den Kraftstrom behaglicher Wärme von draußen.
 
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