In eigener Sache
ZUM SELBSTVERSTÄNDNIS UNSERER GEMEINSCHAFT
Spekulationen über Anfang und Ende der Welt und Wesen erachtete der Buddha als wenig hilfreich zum Verständnis der Realität. Seine Einsichten und Erkenntnisse gründen in der Mitte des Lebendigen,
- denn sie sind Wahrnehmungen von Wirklichkeit.
Wir sind eine Gemeinschaft weltzugewandter Erdenbürger, die wünschen, sich inmitten der täglichen Verpflichtungen die Lebensregeln des Buddha zu eigen zu machen.
Wir bleiben ohne spirituellen Führer, weil Eigenverantwortung und Hinwendung zum Nächsten weder an bestimmte Methoden noch Übungen gebunden sind und unsere Kultur sich aus vielen guten Gründen demokratischer Prinzipien verpflichtet weiß.
Wir fördern eine
"Kultur der Mitte",
die randständige Positionen wie Gleichgültigkeit und Unerbittlichkeit gleichermaßen ausschließt und sich umgeben weiß von Merkmalen und Gepflogenheiten eigener Traditionen und kultureller Vorgaben, weshalb eine unbedachte Übernahme uns fremder kultureller Verhaltensweisen oder gar Kulte unangemessen erscheint.
Wir glauben nicht an ewig absolute Wahrheiten, sondern an sich wandelnde Wirklichkeiten, die zugleich Möglichkeiten sind
- uns zum Wohle, anderen zum Wohle, allen zum Wohle.
Welt und Bewußtsein sind keine Gegensätze, sondern eine sich gegenseitig bedingende Einheit.
Wir bemühen uns um die Gestaltung des Lebens rund um Sterben und Tod, denn allzu leichtfertig wird die schlichte Wahrheit aus unserem Bewußtsein verdrängt, daß
leben auch sterben und sterben auch leben ist.
Wir verstehen uns als überkonfessionelle Institution, die Angehörigen aller Glaubensbekenntnisse anbietet, ihre eigenen Beiträge zu Sterben, Tod und Trauer einzubringen unter dem Primat des Grundsatzes:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar"
Diesen "Weg der Mitte" zu beschreiten im Bewußtsein der buddhistischen Leidensgewißheiten und in achtsamem Bemühen, allen an ihrer Vergänglichkeit leidenden und an ihrem Verlust trauernden Menschen in
Liebe, Mitempfinden, Heiterkeit und Güte
zu begegnen, sei des Buddhas zeitloser Auftrag an uns.
Dieser Weg sei unsere eigene Mitte.